Qualität, die man sieht, lebt und weiterentwickelt

Qualitätsmanagement-Prozess für Einbecker Kindertagesstätten abgeschlossen | Handbuch erarbeitet

Mit vielen Teilnehmerinnen aus den Kindertagesstätten sowie von weiteren beteiligten Gruppen und Organisationen ist der Abschluss der Qualitätsmanagement-Weiterentwicklung im Alten Rathaus feierlich begangen worden.

Einbeck. Mit einem Fest haben Einbecks Kindertagesstätten und weitere Beteiligte aus dem Kita-Bereich den Abschluss eines etwa eineinhalbjährigen Qualitätsmanagement-Prozesses gefeiert. Im Mai 2017 haben die Kitas der Stadt  gemeinsam damit begonnen, jetzt wurden die erarbeiteten Qualitätsmanagement-Handbücher an die Ein­richtung übergeben – ihre Inhalte bilden die Grundlage für das weitere Handeln.

Über eineinhalb Jahre habe man Qualitätsmanagement erarbeitet mit dem Ziel von Qualität, die man sehe, lebe, weiterentwickeln werde, erläuterte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Dabei sei man von Dr. Ute Pannenberg, Coach bei Progressio Consulting aus Hannover, unterstützt worden.

Neun Leitsätze der Kindertagesstätten der Stadt Einbeck gebe es, sie bezeichneten die unterschiedlichen Schwerpunkte der Einrichtungen. Der Entwicklungsprozess habe das gemeinsame Qualitätsverständnis sichtbar ge- macht. Es sei eine große Herausforderung, die Praxis im Blick zu haben und die Qualität weiterzuentwickeln. Im Handbuch seien die Grundlagen des Qualitätsverständnisses entfaltet worden, »damit Gutes noch besser wird«, jeden Tag bei der Arbeit mit den den Einrichtungen anvertrauten Kindern. Das sei, betonte die Bürgermeisterin, keine »Abhak-Liste«, sondern ein Werkzeug zum Überprüfen und Hinterfragen der Arbeit: Was läuft gut, was nicht? Kindern und Eltern wolle man die bestmögliche Leistung anbieten.

Den Beschäftigten der Kitas dankte sie dafür, dass sie diese intensive und arbeitsreiche Zeit durchlebt, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht, Vorhandenes auf den Prüfstand gestellt, Neues gewagt und Lösungen gefunden hätten: Das sei eine tolle Arbeit und ein großartiges Ergebnis. »Nutzen Sie das in der täglichen Arbeit«, so ihr Appell. 93 Stunden habe sich die Steuerungsgruppe damit beschäftigt, die aus den Kitas zusammengetragenen Inhalte zu bearbeiten.

Der Prozess wurde gesteuert von Maureen Knaak, Leiterin des Kindergartens Vogelbeck. Mit Dr. Annette Pannenberg habe man eine kompetente fachlich und organisatorische Begleitung gehabt. Sie habe es verstanden, die große Gruppe so zu führen, dass es gute Ergebnisse gab. Und wenn man so intensiv und erfolgreich gefeiert habe, dürfe man auch, wie an diesem Abend noch geplant, feiern: bei Musik von Tatjana und Marcus, bei einem Büfett und weiteren Gesprächen.

In der Tat sei das Ende des Qualitätsmanagement-Prozesses ein Meilenstein, betonte Dr. Pannenberg. »Sie sind das Netzwerk der Kitas«, wandte sie sich an die Mitarbeiterinnen. Die Fachbereichsleiter Arnd Severidt und Dr. Florian Schröder sowie Sachgebietsleiter Jörg Mönnig hätten den Verlauf stets begleitet, Ressourcen zur Verfügung gestellt und auch ein offenes Ohr gehabt. Die Politik habe zuvor die Entscheidung, in das Projekt einzusteigen, ebenfalls mitgetragen. Die Arbeit sei intensiv, zielgerichtet und produktiv gewesen. Alle Qualitätsbereiche wurden unter die Lupe genommen, und zum Ende blicke man gern auf die 18 Monate zurück.

Die Leitsätze der Kindergärten sind mit den Stichworten »emotional«, »ethisch und religiös«, »ästhetisch«, »Natur- und Lebenswelt«, »Sprache«, »mathematisch«, »lebenspraktisch«, »Körperbewegung/Gesundheit« und »kognitiv« zusammengefasst. »Daran machen wir Qualität fest«, und an diesen Inhalten, als Leitbild zu sehen, ergebe sich die Grundlage des Qualitätsverständnisse. Der Niedersächsische Orientierungsplan für Bildung und Erziehung gebe diese neun Bereiche als Grundlagen vor. Daneben gebe es aber individuelle Ziele für die Einrichtungen, mit denen sie auch weiterhin arbeiten sollten. Jede Kita habe ein Leitbild, das ihre Individualität kennzeichne. Das Personal und die Fähigkeiten, das zeichne die Individualität aus.

Einzelne Qualitätsbereiche habe man sich erschlossen mit den Fragestellungen, was wichtig und was unverzichtbar sei. Leicht ging den Beschäftigten beispielsweise Prozessentwicklung und Erziehung von der Hand, »das ist unsere tägliche Arbeit«. Freispiel, Projekt- und Gruppenarbeit, eine anregende Spielumgebung, verbindliche Regeln, Umgang mit Konflikten, den Dialog mit Eltern und Kinder pflegen – das sind wichtige Faktoren dafür.

ntwicklungsprozesse zu beobachten und zu fördern, den Entwicklungsstand zu dokumentieren, gute Kooperationen zu pflegen, Fortbildungen und Supervision zu nutzen, Netzwerke zu bilden, das müsse gepflegt werden. Der Blick auf den Ist-Stand der Qualität zeige, wo es hingehen solle.

Intensiv habe vor allem die Steuerungsgruppe gearbeitet, die sich alle vier bis sechs Wochen zu Workshops traf, begleitet von Dr. Pannenberg, so Jörg Mönnig. In diesem Verlauf sei das Handbuch gewachsen, in dem sich jetzt jeder wiederfinden solle. Die Unterstützung sei groß gewesen, die Stimmung gut. Ein wichtiges Ergebnis sei, dass jedes Team anders arbeite und dass man das berücksichtigen wolle. Die Kollegen seien gehört worden. Die Zusammenarbeit war dabei effektiv und positiv. Den langen Weg habe man gemeinsam gut zurückgelegt, effizient, effektiv und auf die Arbeit fokussiert. Dabei wurde eine Menge Energie freigesetzt.

»Wie wuppt man so ein Paket?«, fragte Dr. Pannenberg, um selbst die Antwort zu geben: »Gemeinsam.« Es sei gut gewesen, alles Wissen zusammenzutragen und sich auf einen Mittelpunkt zu konzentrieren. Daraus sei etwas gewachsen, was sich sehen lassen könne.

Ein Klima, in dem man wachsen und sich entfalten konnte, lobte Maureen Knaak. Das Handbuch sei nun fertig – obwohl so ein Werk eigentlich nie fertig sei, denn die Werte würden gelebt und immer wieder überarbeitet. Nach guter Vorbereitung könne man jetzt die Ernte einfahren. »Wir sind ein Stück mehr zusammengewachsen«, dankte sie allen Beteiligten.ek

Ein »bewegter« Blick in die Dorfgeschichte