Mit Rolli auch mal auf »Rattersteinen« unterwegs

Einbeck. Unterwegs mit Rollstuhl und Rollator, das verändert die Perspektiven und schärft den Blick auf andere Bedürfnisse. In einem Projekt der Integrierten Gesamtschule Einbeck (IGS) in Kooperation mit dem PS.SPEICHER, der Kreis- und der Stadtjugendpflege, den Behindertenbeauftragten der Stadt und des Landkreises und mit dem Einbecker Seniorenrat sowie mit der Tourist-Information ist die Einbecker Innenstadt mit Blick auf ihre Befahr- und Begehbarkeit durch Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren überprüft worden.

Die notwendige Ausrüstung, um Einbeck im Rollstuhl zu »er-fahren«, wurde von o.r.t., vom Bürgerspital und vom Alloheim zur Verfügung gestellt. Schüler der siebten bis neunten Klassen haben sich unter der Leitung von Lehrer Florian Berkenfeld daran beteiligt. In Kleingruppen und mit Unterstützung von PS.Piloten und PS.Pädagogen haben sie den Stadtkern systematisch erfasst und untersucht.

Dabei war eine Vielzahl von Fragen zu beantworten: Wie ist die Beschaffenheit von Gehweg und Fahrbahn, sind Hindernisse vorhanden, sind sie überwindbar, sind die Wege breit genug, ist die Bordsteinkante abgesenkt, wie erfolgt die Abgrenzung zur Fahrbahn, gibt es zugeparkte Wege?

Ihre Einschätzung zwischen »sehr gut« über »mittel« bis »geht (eher) nicht« haben die Gruppen anschließend in Bewertungsbogen eingetragen, wobei »sehr gut« bedeutete, dass die Passage für Rollator und/oder Rollstuhl allein und ohne Probleme zu überwinden ist beziehungsweise im Fall »geht nicht« nur mit Hilfe bewältigt werden kann. Auf »Rattersteinen« seien sie gerade unterwegs gewesen, beschrieb eine Schülerin den Weg durch die Lange Brücke, und das hat ihr gar nicht gefallen.

Anstrengend war es für die Jugendlichen, sich so fortzubewegen, gewöhnungsbedürftig. Die Schüler waren dabei angehalten, sich durchgängig mit den Hilfsmitteln zu bewegen - im Ernstfall kann man den Rollstuhl auch nicht einfach wegstellen. Sie waren sehr motiviert und guckten ganz genau, wo es Probleme gab: Da wurden Bordsteinhöhen nachgemessen, abschüssige Bürgersteige notiert und Schwachstellen fotografiert.

Eine langfristige und nachhaltige Wirkung erhofft sich PS.Pilotin Barbara Drewes von diesem integrativen Projekt - IGS und PS.SPEICHER sind Partner beim außerschulischen Lernort. Idealerweise fließen die Beobachtungen dieses Schülerprojekts in einen Plan ein, in dem die Wege hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für gehandicapte Personen im Stil einer Ampel farbig gekennzeichnet sind. Das wäre sowohl etwas für die Einbecker als auch für Gäste der Stadt.ek

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