»Schnitte« umfasst Kunstwerke und Möbeldesign

Einbeck. Mit heimischen Hölzern etwas Besonderes zu erschaffen, das gelinge Ludwig Krückeberg immer wieder, lobte Frank Thiele bei der Eröffnung der Ausstellung »Schnitte« im Kunsthaus Einbeck, fließende organische Formen prägen seine Arbeiten. Viel kann man entdecken und bestaunen wie Zeichnungen, Skulpturen oder Funktionsplastiken mit »Geheimfächern«.

Der filigran gearbeitete »Häuptlingsstuhl« lädt zum Verweilen ein. Untermalt wurde die Eröffnung der 56. Ausstellung von Adolf Leschonski mit der indischen Sitar. Seine Improvisationen nahmen Bezug zu den präsentierten Objekten, die Betrachter wurden musikalisch eingeladen, sich mit den Werken auseinanderzusetzen.

Krückeberg wurde 1953 in Bad Münder geboren. Nach einer Tischlerlehre schloss er ein Studium der Bildhauerei an der Fachhochschule Hannover bei Professor Helmut Rogge an, erklärte Thiele. Er sei Mitglied im Kunstkreis Holzminden und lebt und arbeitet in Dörpe bei Coppenbrügge. Für seine Exponate verwende er lebendige Werkstoffe, heimische Hölzer wie Zwetschge, Kirsche oder Nussbaum. Unter dem Titel »Schnitte« präsentiert Krückeberg jetzt im Kunsthaus Arbeiten aus den vergangenen Jahren.

Dank seiner Tischlerlehre gehe er bei seinen Objekten nicht nach klassischer Bildhauerart mit Hauen und Stemmen vor, erläuterte Thiele, sondern gestalte die Werke eher nach Tischlerart. Die Arbeiten haben einen grafischen Charakter, sie seien oft eine dreidimensionale Darstellung eines angedachten Themas. Schneide man Holz auf, so finde man häufig fast perfekte Kreise und Linien, aber auch Verwachsungen, Windungen, Verdickungen, Folgen von Verletzungen oder sonstigen Widrigkeiten, auf die Bäume reagieren müssen.

Viele seiner Werke scheinen wie von langen Strängen »abgeschnitten« zu sein. Am Anfang des Gestaltungsprozesses stehe die Zeichnung, erklärte der Künstler. Bei der Konzeptionierung stelle er sich etwas vor wie Bewegung, Tänzer oder Krieger und versuche es dann umzusetzen – erst grafisch, dann per Aufriss und Holzarbeit. Komponenten eines Werkes werden individuell konzipiert und bearbeitet, bevor er sie zusammen arrangiert.

Absichtlich gebe er seinen meisten Exponaten keinen Namen. Zwar habe er eine Arbeitstitulatur für sich selber, der spezifische Überlegungen und Ideen zugrunde liegen, doch soll sich jeder Betrachter selber mit den Werken auseinandersetzen und sie für sich individuell benennen. Zudem beschäftigt sich der Coppenbrügger Künstler auch mit experimentellem Möbeldesign.

Da kaum jemand ein großes Schloss mit immens viel Platz habe, seien seine Funktionsplastiken auch für geschlossene Räume und kleine Wohnungen geeignet, sagte Krückeberg. Man könne sie gut im Eigenheim arrangieren, »Geheimfächer« bieten die Möglichkeit, Gegenstände aufzubewahren. Nicht »nur« betrachtet, sondern auch ausprobiert wurden bei der Vernissage der »Häuptlingsstuhl«, ein filigran gearbeitetes hölzernes Mobiliar. Die Ausstellung ist bis zum 15. September im Kunsthaus zu sehen, freitags von 16 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 13 Uhr.mru

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