Leidenschaft, Disziplin, Hilfsbereitschaft

Studiendirektorin Susanne Brandes an BBS verabschiedet | Wechsel an die Michelsenschule in Hildesheim

Einbeck. Analytisches Denken, Hilfsbereitschaft, Disziplin und Leidenschaft für ihren Beruf - diese Fähigkeiten und Eigenschaften wurden Susanne Brandes zugesprochen. Die Studiendirektorin war 25 Jahre an der Einbecker BBS tätig, zuletzt als Abteilungsleiterin Berufliche Gymnasien und Pflanzentechnologie. Nun wechselt die 52-Jährige als Schulleiterin an die Michelsenschule in Hildesheim.

Schulleiter Renatus Döring startete, nachdem sein Kollegium dann doch konzentriert zuhörte, seine Abschiedsrede mit einem Zitat des Liedermachers Wolf Biermann: »Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.« Verkürzt nannte er die Orte der Reise von Susanne Brandes: Hildesheim, Hannover, Winsen an der Luhe, Einbeck und zurück.

1966 in Hildesheim geboren, besuchte sie das Gymnasium Himmelsthür, wobei sie damals lieber zur Michelsen-Schule gegangen wäre. Der damalige Wunsch wird nun erfüllt - sie wechselt an das allgemeinbildende Gymnasium, das auch die Möglichkeiten des beruflichen Gymnasiens bietet. Zum Abitur ging sie nach Hannover an die BBS 21. Der nächste Stopp war die Uni Hannover, an der sie von 1985 bis 1989 Hauswirtschaft und Biologie studierte, 1990 ging es an die BBS Winsen zum Vorbereitungsdienst.

Zwölf Jahre arbeitete Brandes im Hausdienst im städtischen Krankenhaus, in Zusammenarbeit mit der deutsch-italienischen Gesellschaft hat sie auch italienische Kochabende geleitet. 1993 kam sie nach Einbeck. Die Abteilung war damals hauswirtschaftlich geprägt, an der neuen pflegerischen Säule hat Brandes »mitgebaut«. Im Fachgymnasium war sie mit Biologie und Betriebswirtschaft verortet.

Die Reise setzte Brandes in Richtung Schulleitung fort, der sie seit 2003 angehört. Sie hat Referendare ausgebildet, Info-Abende organisiert, 30 »hervorragende« Stundenpläne erstellt, hunderte Laufbahnberatungen durchgeführt, Kollegen beraten, war im Arbeitsschutz und der Lehrmittelverwaltung tätig. Sie durfte sich über Lob freuen, musste Kritik einstecken - der Vorwurf der Untätigkeit sei aber nie dabei gewesen, stellte Döring anerkennend fest. Ihre Reise führt nun in die Schule, die sie vor über 40 Jahren nicht aufnehmen wollte.

Mit einem Kafka-Zitat wünschte er im Namen des Schulleitungsteam viel Freude bei ihren neuen Aufgaben als Schulleiterin. Als Geschenk gab es vom Kollegium einen praktischen Schulrucksack, der mit Geschenken gefüllt wurde. Mit einem Quiz wurden lustige Anekdoten aus Brandes Schulleben zutage gezaubert.

So nahm sie auf eine ihrer ersten Klassenfahrten einen Duschvorleger mit. Zu ihren Lieblingswörtern am Anfang der Sommerferien gehört das Wort Archivlauf, und auf ihrem Besuchertisch findet man immer Süßigkeiten - wovon auch Kollegen profitierten. Beim Versetzungs-Special des »Wer-wird-Millionär«-Quiz musste Brandes nicht um eine Million spielen, sondern um die Besoldungs-Gruppe A16.

Unterlegt mit Fotos aus der vergangenen Schulzeit an der BBS überzeugte Brandes mit Fachwissen. Abteilungsleiter Ulf Scupin hob die Kompetenz seiner Kollegin heraus. Selten habe er jemanden kennengelernt, der »so analytisch denken kann« bei der Gestaltung des Stundenplans. Er bedankte sich für ihre »tolle Teamarbeit«. Auch Abteilungsleiterin Katrin Düvel bedankte sich, das gesamte Team wünschte Brandes von Herzen alles Gute.

»Die Tür der BBS bleibt für dich immer geöffnet«, stellte die stellvertretende Schulleiterin Dörte Kirst-Bode fest. Für den Personalrat überbrachte Anja Linneweber die besten Grüße. Sie stellte die Leidenschaft, Disziplin und Hilfsbereitschaft von Susanne Brandes heraus.

Ein Abschied nach 25 Jahren sei doch ein einschneidender Schritt, musste Brandes zugeben. Ungern spreche sie über Negatives, und so stellte sie den positiven Aspekt heraus: Abschied vom Alten, um Neues zu beginnen. Sie startet neu an der Michelsenschule, freut sich auf die Aufgabe, ist gespannt auf das Kollegium. Sie bedankte sich bei allen Kollegen und den anderen schulischen Angestellten für die gute Zusammenarbeit an den BBS Einbeck Gerne wird sie an die Freundschaften zurückdenken, die sie hier geschlossen hat.sts

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