Verwaltungsausschuss vergibt Sanierungsauftrag

Maßnahme Stampflehmmauer im Amtspark Flecken Greene vor der Realisierung

Die Stampflehmmauer im Amtspark soll saniert werden.

Greene. Das Vorhaben steht seit längerem auf der Tagesordnung: die Sanierung der Stampflehmmauer im Amtspark in Greene. Der Verwaltungsausschuss hat jetzt über ein Angebot dafür entschieden und den Auftrag auch vergeben – allerdings wird das Projekt damit teurer als geplant.

Rund 276.000 Euro soll die Instandsetzung der Mauer kosten, die wegen der wissenschaftlichen Bedeutung und des Seltenheitswerts als Baudenkmal nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz ausgewiesen ist. Bei einer ersten Ausschreibung war kein Angebot eingegangen, das sich im vorgesehenen Kostenrahmen bewegt. Für jetzt erforderliche 61.000 Euro als überplanmäßige Ausgabe ist die Zustimmung des Rates erforderlich. Es werde jedoch, kündigte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, eine Lösung dafür geben.

Der ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins Greene hat sich mit der Geschichte der Stampflehmmauer beschäftigt.

»Das Amtshaus mit Parkanlage existiert seit nunmehr rund 300 Jahren. Ein Beleg im Niedersächsischen Landesarchiv Wolfenbüttel von 1748 dokumentiert diesen Bereich; allerdings ohne das besagte Mauerwerk. Möglicherweise, weil das nicht von besonderem Erwähnungsinteresse war oder aber die als Einfriedung dienende Mauer späteren Ursprungs ist. Auch wenn sie erst Ende des 18. Jahrhunderts gebaut wurde, wäre sie zum jetzigen Zeitpunkt rund 220 Jahre alt. Seit 2014 ist die Lehmmauer als Baudenkmal ausgewiesen.

Die Stampflehmmauer geht auf eine so genannte »Pisee-Technik« zurück. Die Bezeichnung entstammt dem Französischen. Laut Duden von 1941 bedeutet »Pisee« = gestampfte Erde, Stampfbau, Piseewand. Im Plattdeutschen wurde daraus »Passeewand« und ging so in den hiesigen Sprachgebrauch ein.

Im Bereich der einstigen Domänenanlage waren große Teile des Areals durch eine solche Lehmwand-Mauer abgegrenzt. So zum Beispiel auf dem halben Straßenzug des heutigen Friedlandweges. Ferner auch die frühere Gartenanlage gegenüber dem damaligen Amtsgericht – Bleichegarten genannt. Dieses Areal war komplett mit einer solchen Stampflehmmauer umgeben. Detaillierte Unterlagen können im Heimatmuseum Greene eingesehen werden. Alle diese Einrichtungen sind im Zusammenhang mit der Auflösung der damaligen Domäne ab 1964 nach und nach zurückgebaut. Lediglich im Amtspark ist noch ein Restbereich vorhanden, den es unbedingt zu erhalten gilt«.ek/red