Für neuen Nahverkehrsplan

Landkreis für Aktualisierung durch ZVSN und Übernahme der Vorschläge

Northeim. Der Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN), zu dem die Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode gehören, will den aus dem Jahr 2003 stammenden Nahverkehrsplan durch eine Neufassung ersetzen.

Beschließen muss den Nahverkehrsplan die Verbandsversammlung. In Vorbereitung des dort zu fassenden Beschlusses hat der neue Nahverkehrsplan jetzt auch dem Kreistag vorgelegen. Weil der Nahverkehrsplan von der Verbandsversammlung des ZVSN beschlossen werden muss, hat der Kreistag die Vertreter des Landkreises Northeim in der Versammlung einstimmig angewiesen, dem Nahverkehrsplan zuzustimmen.

Der neue Nahverkehrsplan sieht für den Linienbusverkehr im Landkreis künftig rund 150.000 Fahrplankilometer mehr pro Jahr vor, die sich auf eine Verbesserung der Angebote auf folgenden Strecken verteilen: Linie 250/252 Dassel-Markoldendorf-Einbeck: Allein auf dieser Strecke sollen elf zusätzliche Fahrten von Montag bis Freitag und 24 Fahrten an Sonnabenden angeboten werden (70.000 Mehrkilometer). Linie 212 Hardegsen-Uslar: Auf der Strecke solle es sechs zusätzliche Fahrten an Samstagen geben (8.200 Mehrkilometer). Linie 264 Kalefeld-Bad Gandersheim: Künftig soll es von Montag bis Freitag sechs zusätzliche Fahrten geben (39.600 Mehrkilometer). Linie 510 Uslar-Neuhaus: Sämtliche Fahrten sollen künftig in Neuhaus bis zum Schlosspark erfolgen.

Darüber hinaus wird es von Montag bis Freitag sechs zusätzliche Fahrten sowie an Sonnabenden und Sonntagen bei Bedarf je vier zusätzliche Fahrten geben (29.300 Mehrkilometer). Außerdem soll die Linie 230 Einbeck-Salzderhelden-Northeim künftig konsequent über das Northeimer Krankenhaus geführt werden (2.600 Mehrkilometer).

Derzeit wird das Krankenhaus lediglich über die Stadtbuslinie 2 bedient. Geprüft werden soll außerdem die Schaffung eines attraktiveren Fahrtenangebotes auf der Strecke Uslar-Fredelsloh-Lauenberg-Einbeck, insbesondere zur Verbesserung der Erreichbarkeit des Einbecker Berufsschulstandorts.

Allgemein soll mittelfristig auch das Angebot an den Wochenenden, an den Feiertagen und in den Ferien verbessert werden. Vorstellbar wäre dies etwa durch die Einrichtung eines einheitlichen Rufbus-Systems zu den genannten Zeiten. Zu den Prüfaufträgen gehört die Einführung einer Busverbindung zwischen Einbeck und Alfeld über Naensen, Ammensen und Delligsen. Im Zuge der Reaktivierung der Strecke der Ilmebahn soll außerdem das begleitende Busangebot geprüft und angepasst werden. Schließlich sollen die Strecken Dassel-Stadtoldendorf und Einbeck-Stadtoldendorf auf ihre Weiterentwicklungspotenziale geprüft werden.

Die bestehenden Schülerverkehre könnten unter Verknüpfung mit dem Schienenpersonennahverkehr in Richtung Holzminden und Braunschweig zum »Jedermannverkehr« ausgebaut werden. 230 Seiten Pläne und Anlagen, in denen dargestellt wurde, was gut und was ausbaufähig sei: Ohne Schülerverkehr sei der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Raum nicht zu organisieren, stellte Simon Hartmann, SPD, fest. Ohne Schüler gebe es allerdings auch keinen ÖPNV. Es sei längst Zeit für eine Fortschreibung gewesen, denn seit 2003 habe sich die Situation grundlegend geändert. So gelte es, neue Standorte anzubinden, und auch über Schülerverkehr und Schulstrukturen werde man nachdenken müssen. »Menschen reisen heute anders«, sagte er.

Dazu gehörten sowohl moderne Fahrzeuge also auch beispielsweise die Nutzung des Smartphones. Auch mit dem Freizeitverkehr müsse man eine bessere Vernetzung erreichen. Es sei möglich, Innovationen mit Unterstützung des Landes zu fördern, deshalb sollte man den Plan nachdrücklich unterstützen. Tobias Grote, CDU, hob hervor, dass in den Plan viele Rückmeldungen zu vorhandener Infrastruktur und Mobilität eingearbeitet seien. Die Verbesserung der Mobilität im Landkreis drücke sich in einer Steigerung um 149.000 Fahrplankilometern aus; seine Fraktion werde zustimmen. Die gute Bestandsaufnahme der Ist-Situation lobte Johannes Antpöhler, Grüne, Ein Mobilitätskonzept zu entwickeln, sei ein typisches »grünes Thema«.

Die Zukunft gehöre den bedarfsorientierten Angeboten. Dazu gehörten gesicherte Anschlüsse ebenso wie eine Mobilitätszentrale. Guter ÖPNV mache den Landkreis attraktiver, und dafür sollte man gemeinsam Geld zur Verfügung stellen.lpd