Gebührenzahler werden belastet

Durch aufwendige Aufbereitung des Biomülls | Noch zu viel Plastik in den Biotonnen

Jens Haase, Mitarbeiter der Kreisabfallwirtschaft, will über Plastik in den Biotonnen aufklären und verteilt Infozettel.

Region. Täglich landen Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff, verpackte Lebensmittel, Windeln, Verkaufsverpackungen, Plastiktüten und sogar Elektro- Kleingeräte oder Batterien in den Biotonnen. Das schadet nicht nur der Umwelt, es führt auch zu Mehrkosten und führt am Ende zu höheren Abfallgebühren.

Bereits seit Sommer 2019 führt die Kreisabfallwirtschaft Kontrollen der Biotonnen durch und lässt mitunter die eine oder andere Tonne stehen. Aber weder diese Maßnahme, noch die Infozettel und Aufkleber auf den Tonnen haben Erfolg. Noch immer befinden sich 7,3 Prozent Störstoffe in den Biotonnen. Das ergibt bei einer gesammelten Jahresmenge von rund 12.000 Tonnen Bioabfall 880 Tonnen ausgesiebten Restabfall. Petra Schmalle ist Abfallberaterin im Landkreis Northeim und bittet eindringlich darum, die Biotonnen sorgsamer zu befüllen.

Die getrennte Sammlung von Bioabfällen ist gesetzlich vorgeschrieben, Eigentümer von bewohnten oder bebauten Grundstücken sind verpflichtet, sich der öffentlichen Entsorgung anzuschließen. Dies gilt auch für die Biotonne, sofern nicht nachweisbar eine eigene Kompostierung stattfindet. Außerdem kostet die Entsorgung des Bioabfalls aktuell lediglich rund ein Drittel der Kosten, die für die Entsorgung des Restmülls fällig werden. Insoweit ist es schon aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll, den Bioabfall nicht über die Hausmülltonne zu entsorgen.

Der Bioabfall wird von Vertragspartnern unter strengen Vorgaben in ihren Kompostwerken zu Substratkompost verarbeitet. Ist der Anteil sogenannter Störstoffe zu hoch, müssen die ausgesiebten Rückstände vom Landkreis zurückgenommen und als Restmüll entsprechend teurer entsorgt werden. Das belastet am Ende jeden Einwohner im Landkreis Northeim, weil die gestiegenen Kosten auf die Gebühren umgelegt werden.

Auch die angeblich kompostierbaren Beutel sind dabei ein großes Problem. Denn für die Kollegen der Abfallwirtschaft ist es nicht möglich, eine konventionelle Plastiktüte von einem Bio-Kunststoffbeutel zu unterscheiden. Sie müssten jede Tüte aus der Tonne herausholen und einer genauen Analyse unterziehen. Dagegen spricht allein schon der Gesundheitsschutz!

Die Kompostanlagen wiederum verarbeiten den Bioabfall so schnell zu fertigem Kompost, dass die Zeit für die Zersetzung der Bio-Kunststoffbeutel nicht ausreicht. Es bleiben im Ergebnis immer Plastikfetzen im Kompost, die aufwendig aussortiert werden müssen. Dies führt zu einer tatsächlichen und optischen Qualitätsminderung des Endproduktes.

Deshalb bittet die Kreisabfallwirtschaft dringend auf Plastiktüten zu verzichten. Egal welcher Art, sie sind nicht geeignet. Stattdessen sollten Zeitungspapier oder noch besser Papiertüten oder Küchenkrepp verwendet werden.

Die Kreisabfallwirtschaft wird verstärkt auf die korrekte Befüllung der Biotonnen achten und erkennbar falsch befüllte Tonnen stehen lassen. Erklärungen im Abfallkalender (Seite 5), Veröffentlichungen im Internet und das Verteilen von Infozetteln an den Biotonnen sollen dabei helfen. Alle Informationen finden sich hier: www.landkreis-northeim.de/abfall.lpd

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