Fußball

Mehrheit ist für einen Saisonabbruch

Erstmalig stattfindende Videokonferenz im NFV-Kreis Northeim/Einbeck erfreut sich großer Teilnahme

Auch im »Stadion an der Schützenstraße« in Einbeck wird frühestens erst wieder am Sonnabend, 15. August der Spielbetrieb erneut aufgenommen werden können.

Region. In einer kurzfristig einberufenen Video-/Telefonkonferenz mit den zugehörigen Vereinen haben die Verantwortlichen des NFV-Kreises Northeim/Einbeck um das Meinungsbild der Vereine über die Fortsetzung der Saison gebeten. Dazu trafen sich in der Spitze 61 Teilnehmer am Montagabend in einer virtuellen Konferenz.

In der vom Kreisvorsitzenden Bernd Anders, Spielausschussvorsitzenden Heinz Schwingel und Jugendausschussvorsitzenden Stephan Schamuhn geleiteten Veranstaltung erläuterte Bernd Anders, der am vergangenen Freitag an der virtuellen Tagung des Niedersächsischen Fußballverbands teilnahm, »dass ein Abbruch der Saison aus Gründen der Haftungslage nicht in Erwägung gezogen wird!«

Warum die Meinung der Vereine dennoch gefragt ist, obwohl ein Saisonabbruch nicht in Erwägung gezogen wird, bleibt abzuwarten. Von 37 an der Videokonferenz teilnehmenden Vereinen haben sich im Seniorenbereich 23 für einen Abbruch ausgesprochen, 14 waren für eine Fortsetzung der Saison. Die neun noch ausstehenden Stimmen holt Spielausschussvorsitzender Heinz Schwingel noch von den restlichen Vereinen ein. Im Jugendbereich waren zwölf für einen Abbruch und fünf Vereine haben für eine Fortführung gestimmt. Die Abstimmung erfolgte ohne zu wissen, was mit Auf- und Abstieg geschieht, so dass auch dort die Vereine im Unklaren gelassen wurden.

Viele Fragen bleiben offen

In der rund 60 minütigen Videokonferenz blieben viele Fragen ungeklärt, nicht weil die Verantwortlichen des NFV-Kreisverbandes darauf keine Antwort wussten, sondern weil die Entscheidungsgrundlage beim in Barsinghausen ansässigen Verband liegt.

Der Vorschlag des NFV war bisher lediglich: »die Saison 2019/2020 von den unteren Ligen an bis in die Oberliga Niedersachsen zwischen dem 15. August und 1. September oder sogar noch zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, sofern die politischen und behördlichen Entscheidungen dies zulassen. Sollte es in diesem Jahr nicht mehr zu schaffen sein, wird die Serie im Frühjahr 2021 zu Ende gespielt. Damit könnte es zu einer Rumpfsaison 2020/2021 oder sogar zu einem Ausfall der Saison 2020/2021 kommen!« Ein Konzept wie das Ganze aussehen soll, fehlt gänzlich.

Wenn die Saison fortgesetzt werden würde, verschiebt sich unter anderem auch die Wechselperiode nach hinten, das bestätigte Spielausschussvorsitzender Heinz Schwingel auf Nachfrage. Somit müssen Spieler, die sich bereits für einen neuen Verein entschieden haben, weiterhin bei ihrem alten Klub bleiben. Für einige Vereine könnte dann aber die Problematik entstehen, dass Spieler, die im August wegen einer Ausbildung oder im Oktober wegen eines Studiums die Region verlassen, nicht mehr zur Verfügung stehen und die betroffenen Klubs keine Möglichkeit mehr haben, ihre ohnehin schon kleinen Kader zu vergrößern.

Spielbetrieb frühestens am 15. August

Wie auch immer entschieden wird, der Ball wird auf den Sportplätzen frühestens am 15. August wieder rollen: »Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat im Gespräch mit dem Präsidenten des Niedersächsischen Fußballverbandes Günter Distelrath bestätigt, dass Kontaktsportarten auf Amateurebene wie Fußball nicht vor dem 15. August stattfinden werden!«, beantwortete NFV-Kreisvorsitzender Bernd Anders die Frage, warum man nicht den Zeitpunkt der Wiederaufnahme im 14-tägigen Rhythmus neu bewerten kann.

Den Presseberichten aus den anderen 41 NFV-Kreisen ist zu entnehmen, dass die Tendenz der Vereine zu einem Saisonabbruch hingeht. Ob der NFV – trotz der Meinungen der Vereine – die Saison in dem Fall dennoch weiterführt, wird wohl spätestens am Anfang der kommenden Woche entschieden. In anderen vergleichbaren Sportarten wie Handball, Basketball oder auch Tischtennis wurden bereits vor einigen Wochen die jeweiligen Saisons abgebrochen.mc